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Anno16ANNO. Das Magazin der Medienjubiläen

Hrsg. Prof. Dr. Markus Behmer, Otto-Friedrich-Universität Bamberg

 

Anno ist das Printmagazin des Instituts für Kommunikationswissenschaft der Universität Bamberg. Es erscheint immer in der ersten Jahreshälfte und stellt besondere Medienjubiläen vor. Bereits zum vierten Mal lädt Anno 2016 ein zu einer Zeitreise durch zwei Jahrtausende.

 

Die Spannbreite der Themen reicht buchstäblich von A bis Z - so in der aktuellen Ausgabe vom 25. Todestag des Grafikers Otl Aicher bis zur Erfindung des ersten Comp

uters Z3 durch Konrad Zuse vor 75 Jahren, von der Trauung Caesars und Corn

Jedes Jahr werden mehr als hundert kunterbunte Jubiläen auf zuletzt 164 bunt bebilderten Seiten behandelt, dargestellt mit kurzen Meldungen und ausführelias vor 2.100 Jahren bis zur Trauer um die Gestorbenen vor Verdun und im Golfkrieg. 2015 reichte die Themenspanne von der attischen Demokratie um 485 v. Chr. bis zur „Zeitungswende Ost“ im deutschen Vereinigungsjahr 1990, von Agrippina und Pamela Anderson bis Clara Zetkin und Émile Zola. Runde Geburtstage von großen Publizisten und berühmten Schauspielerinnen werden ebenso gewürdigt wie das 350. Gründungsjubiläum der ersten Wissenschaftszeitschrift der Welt, 175 Jahre Briefmarke oder auch 25 Jahre Linux und ARTE, 50 Jahre Raumschiff Enterprise und Raumpatrouille Orion.

Geleitet wird Anno von Prof. Dr. Markus Behmer, der die Hefte mit Masterstudierenden produziert; renommierte Experten steuern Gastbeiträge bei.

Zeitreisende haben – wie fast alle Touristen – wenig Gelegenheit zu verweilen. Kurz sind die meisten Texte daher, bunt bebildert; viele Eindrücke können gewonnen werden – und manche Anregung, sich zu vertiefen und auszuspannen von den Strapazen des Hüpfens durch Jahrhunderte. Exotisches gibt es zu entdecken und hoffentlich manch Altvertrautes wiederzufinden. Und Anno ist mehr als eine Zeitschrift: Übers Jahr hinweg werden die Medienjubiläen belgeitet und kurz aufgespießt unter www.facebook.com/annomagazin.

Anno richtet sich an eine breit gefächerte Leserschaft. Hierzu zählen Redaktionen im gesamten Bundesgebiet mit Schwerpunkt Medien und Kommunikation, Institute und Studierende der Kommunikations- und Medienwissenschaften an vielen deutschen Universitäten und Experten aus dem Feld des Journalismus und der Medienforschung.

barriere:zonen

von Till Mayer

Erich-Weiss-Verlag

72 S., 54 Abb., 21 x 26 cm, geb., ISBN: 978-3-940821-43-0

 

 

 

 

 

Phongsavath Manithong tanzt, Nour al Batran fährt auf einem TucTuc, Boniface Kapindo vergrößert einen Verkaufsstand. Alltagsdinge hält Till Mayer auf seinen Fotos, in seinen Texten fest – Aktivitäten, die alles andere als alltäglich sind. Phongsavath ist blind, hat beide Hände verloren, Nour sitzt im Rollstuhl, Boniface hat keine Beine mehr. Sie leben in Laos, in Gaza, in Uganda. In Krisengebieten. Ständig stoßen sie an Grenzen.

Till Mayer ist ein Grenzgänger. In seinem Berufsalltag ist er Lokaljournalist in der oberfränkischen Kleinstadt Lichtenfels. In seiner Freizeit, vier- oder auch fünfmal pro Jahr, reist er auf die Philippinen, nach Nepal oder Vietnam, in Flüchtlingslager im Libanon, in den Kongo oder in die Ukraine. Bilder bringt er mit und Geschichten, die er zu Reportagen verdichtet und bei Spiegel online publiziert. Bilder und Geschichten, die er zu Ausstellungen wie der hier dokumentierten zusammenstellt.

Immer steht der Mensch, stehen Einzelschicksale im Mittelpunkt, die politische Dramen und nationale Tragödien, humane Katastrophen und inhumane Grausamkeiten exemplarisch verdeutlichen. Schwarz-Weiß-Aufnahmen illustrieren kunterbuntes Chaos, ruhige Porträts aus einer Welt in Unruhe. Kollektive Dramen erhalten so ein individuelles Antlitz.

Sehr nah geht Till Mayer heran an die Menschen – doch nie tritt er ihnen zu nahe. Nicht als Opfer zeigt er sie, nicht als Objekte der Fürsorge, sondern als aktive Individuen, die unter schwersten Bedingungen ihr Leben zu gestalten suchen. Bewusst subjektiv ist sein Blick, sind seine Bilder, seine Berichte, die uns, den Betrachtern, Teilnahme ermöglichen – nicht Mitleid, sondern Empathie.

Der vorliegende Band dokumentiert bereits die zwölfte Ausstellung von Till Mayer. Um Randgruppen in Osteuropa, um Überlebende von Nazigreuel und Stalinterror in der Westukraine, um die Spätfolgen von Kriegen in Vietnam, Bosnien oder Ruanda, um die Folgen des Erdbebens im iranischen Bam gingen die vorangegangenen beispielsweise. Landauf, landab wurden und werden sie gezeigt, in Rathäusern, Bibliotheken, an Universitäten und Schulen und selbst bei den Vereinten Nationen in Genf und New York.