Förderprojekte

Publikationen

Scandalogy: An Interdisciplinary Field

Autor: Dr. André Haller
Verlag: Herbert von Halem Verlag
Erscheinungsjahr: 2018
ISBN 978-3-86962-248-4


Die Enthüllung der Panama Papers im April 2016 machte erneut deutlich, welche globale Wirkmacht Skandale entfalten können. Skandale bringen Politiker zu Fall, stürzen Wirtschaftslenker und beenden Sportkarrieren. Sie kommen in jedem gesellschaftlichen Feld vor, führen zu enormer medialer Berichterstattung und zu einer lebhaften öffentlichen Diskussion über Werte und Normen – sie sind ein soziales Phänomen.

Als solches stellen Skandale sehr häufig auch einen Forschungsgegenstand unterschiedlicher Wissenschaften dar: Politikwissenschaftler analysieren zum Beispiel die Funktionsfähigkeit von politischen Regeln und Institutionen, die Kommunikationswissenschaft untersucht mögliche Wirkungen von Skandalberichterstattung und den Verlauf von Affären in unterschiedlichen Medien, in der Literaturwissenschaft werden Skandalautoren und ihr öffentliches Verhalten thematisiert, die Soziologie blickt auf den Geltungsbereich gesellschaftlicher Werte und Normen, die sich durch Skandaldiskurse verändern können.

Der Band Scandalogy vereint Beiträge internationaler Forscherinnen und Forscher zum Themenfeld ›Skandal‹. Er präsentiert sowohl empirische Studien als auch theoretische Erkenntnisse, die 2016 bei der 1st International Conference in Scandalogy an der Universität Bamberg präsentiert wurden. Die Bandbreite reicht von kommunikationswissenschaftlichen Studien bis hin zu literaturwissenschaftlichen Analysen. Die Vielzahl der Fächer, die sich mit dem sozialen Phänomen des Skandals beschäftigen, zeigt, dass ›Skandalogie‹ ein eigenständiger Forschungsbereich ist.

Nordkorea - eine Utopie?

Fotos von Werner Kohn mit einem Text von Rüdiger Frank
Verlag: Erich-Weiß-Verlag
ISBN: 978-3-940821-59-1


Wenn es heutzutage selbst in Deutschland immer schwieriger wird der „Straßenfotografie“ nachzugehen – um wieviel schwieriger oder gar unmöglich ist es dann wohl in Nordkora?
Werner Kohn hat sich dieser Herausforderung gestellt und als Teilnehmer einer Gruppenreise 2012 unter „kontrollierter Fotografiemöglichkeit“ das Alltagsleben in zufälligen Situationen ohne Inszenierung festgehalten. Er zeigt ungezwungenes Leben und Arbeiten in der Öffentlichkeit – z.B. vom wochenendlichen Arbeitseinsatz der Büroangestellten in den Grünanlagen der Vorstädte oder von rastenden Bauern, Synchronisierungsübungen in Sportanlagen für Jugendliche, den Atelierfabriken für Künstlern und vieles mehr.
Auch die überdeutlichen Zeichen der Verehrung der Führungsriege wird jenseits affirmativer Darstellung fotografiert. In der Gesamtschau ergibt sich ein Bild, jenseits der oft in den Medien und offiziellen Verlautbarungen formulierten Einseitigkeit. Es existieren sowohl Kontrolle und alltägliche Harmlosigkeit nebeneinander.

FILMFIEBER. Deutsche Kinopublizistik 1917-1937

Autor: Patrick Rössler
Verlag: Universität Erfurt
Gebundene Ausgabe – 2017
ISBN-13: 978-3981893809

 

Der von der Universität Erfurt herausgegebene erlesen-luxuriös gestaltete Band ist parallel zur dortigen Ausstellung KUNST.ORT.KINO erschienen. Er präsentiert und dokumentiert in einem bisher nie dagewesenen Rahmen und einer Bilderfülle ohnegleichen das (frühe) deutsche Filmschrifttum und alle weiteren filmmedialen Druckerzeugnisse aus Filmwesen und -wirtschaft, Presse und Populärbereich. Über 2.500 (!) Reproduktionen in s/w und Farbe von Plakaten, Aushangphotos, Progammheften, Werbebroschüren, Prospekten, Verleihkatalogen, Star- postkarten, Autogrammen, Zeitschriften, Magazinen, Büchern, Kalendern und Sammelbilder-Alben lassen die Blütezeit des deutschen Kinos wiederauferstehen. Die einzelnen Abschnitte und Materialgruppen sind mit fachkundigen Erläuterungen und Kommentaren (auch zur Geschichte der Filmprogramm-Hefte) versehen, anschließende Bildergalerien ergänzen und vertiefen die Eindrücke der zu Papier gewordenen Leinwandbilder. Ein eigenes Kapitel ist der nun hundertjährigen UFA und dem ihr Erscheinungsbild und Filmangebot prägenden Werbe- und Publikationsmaterial gewidmet. Das im Untertitel genannte Abschlußjahr 1937 ist lediglich schwerpunktmäßig zu verstehen, denn es werden auch Objekte der Jahre danach bis Kriegsende gezeigt. Ein für jeden (Film-)Sammler oder Kinoenthusiasten jener Epoche unverzichtbares Bild- und Referenzwerk. Erschienen in limitierter Auflage von nur 950 Exemplaren.


De-/Konstruktionen der RAF im Post-2000-Kino - Filmische Erinnerungsarbeit an einem Mythos

Autor: Corina Erk
Verlag: Wilhelm Fink Verlag
1. Aufl. 2017, 673 Seiten, 488 s/w Abb., kart.
ISBN: 978-3-7705-6119-3

 

Von Anfang an besteht eine Verbindung zwischen dem RAF-Terrorismus, seinen Protagonisten und dem Kino. Mit dem Omnibusfilm DEUTSCHLAND IM HERBST begann noch im Jahr des Höhepunkts der RAF deren filmische Rezeption.
Seit dieser Zeit hat sich das Kino dem RAF-Terrorismus als einer der Wegmarken deutscher Geschichte in extenso gewidmet, vor allem mit Blick auf den RAF-Erinnerungsdiskurs sowie den Mythos RAF. Mit Beginn der 1970er Jahre hat der RAF-Film daher eine Entwicklung durchlaufen; so erweist er sich nunmehr insbesondere seit der Jahrtausendwende als ausdifferenziertes Feld zeitgeschichtlich-biografischer (DER BAADER MEINHOF KOMPLEX, DIE STILLE NACH DEM SCHUSS, WER WENN NICHT WIR) und popkultureller (BAADER, THE RASPBERRY REICH) Filme sowie filmischer Familiennarrative der Jetzt-Zeit (DAS WOCHENENDE, DIE INNERE SICHERHEIT, ES KOMMT DER TAG, SCHATTENWELT).

„Die Rezension. Aktuelle Tendenzen der Literaturkritik"

Autor: Bartl, Andrea / Behmer, Markus (Hrsg.)
Verlag: Verlag Königshausen & Neumann GmbH
Erscheinungsjahr: 2017
ISBN: 978-3-8260-6053-3

 

Zur Einleitung – Literaturkritik und Buchempfehlungen aus Sicht der Literatur- und Kommunikationswissenschaft – S. Neuhaus: Vom Anfang und Ende der Literaturkritik. Das literarische Feld zwischen Autonomie und Kommerz – S. Rühr: Literaturkritik im Spannungsfeld von Klarheit und Kommerzialisierung. Reich-Ranicki im Literarischen Quartett – A. Ruppert: Literarische Kritikerfiguren - immer wieder Marcel Reich-Ranicki!? – H. Kellermann / G Mehling: Laienrezensionen auf amazon.de im Spannungsfeld zwischen Alltagskommunikation und professioneller Literaturkritik – M. Rehfeldt: Leserrezensionen als Rezeptionsdokumente. Zum Nutzen nicht-professioneller Literaturkritiken für die Literaturwissenschaft – J. Witzke: Hierarchisches Modell zur Feuilletonforschung – L. Ott / L. Klein: „Ein Buch, viele Stimmen“ - Aktuelle Tendenzen der Literaturkritik am Beispiel von Jan Wagners Regentonnenvariationen – A. Kuhn: Literaturvermittlung im stationären Bucheinzelhandel – I. Brendel-Perpina: Die Video-Rezension als kulturelle Praxis der Booktuber. Laienliteraturkritik im Netz – D. Achtermeier: Drei von fünf Sternen: Literaturkritik 2.0. Die Rezension in den neuen Medien und als Ausdrucksform literarischer Kommunikation heranwachsender Blogger – K. Lukoschek: „Ich liebe den Austausch mit euch!“ - Austausch über und anhand von Literatur in Social Reading-Communities und auf Bücherblogs – V. Hepperle: Wenn die Literaturkritik in die Kritik gerät. (Kein) Skandal um Christian Krachts Roman Imperium – D.-C. Assmann: Text + Kritik: Goetz, „loslabern“ rezensiert – Literaturkritik und Buchempfehlungen aus Sicht der Praxis – Statements von Knut Cordsen (Bayerischer Rundfunk), Martin Hielscher (C.H. Beck Verlag), Christopher Schmidt (Süddeutsche Zeitung), Herbert Debes (Online-Literaturmagazin GlanzundElend.de), Anna-Lena Oldenburg und Niklas Schmitt (Studentische Literaturkritik-Zeitung „Rezensöhnchen“, Universität Bamberg), Filiz Penzkofer (Autorin), Antonia Besse (mybook.de), Miriam Behmer (readfy.com), Asli Heinzel (Buch- und Medienhaus Hübscher Bamberg)

Anno17ANNO. Das Magazin der Medienjubiläen

Hrsg. Prof. Dr. Markus Behmer, Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Anno ist das Printmagazin des Instituts für Kommunikationswissenschaft der Universität Bamberg. Es erscheint immer zur Jahresmitte und stellt besondere Medienjubiläen vor. Runde Geburtstage von großen Publizisten und berühmten Schauspielerinnen werden ebenso gewürdigt wie die Gründungsjubiläen (einst) bedeutender Zeitungen, kurioser Fernsehserien, wegweisender Erfindungen oder das Medienecho weltbewegender Ereignisse und vieles andere mehr

„Einmal ist keinmal“ – auf Ovid (der in Anno 17, der aktuellen Ausgabe, zum zweitausendsten Todestag gewürdigt wird) soll dieses Allerweltsweisheit zurückgehen. Fünfmal wäre demnach schon ganz gut: Seit 2013 gibt es unser „Magazin der Medienjubiläen“, und so können wir selbst ein kleines Jubiläum begehen. Damit wir Aufnahme als Besprechungsgegenstand im eigenen Heft finden könnten, müssten wir aber weitere zwanzig Jahre durchhalten. Stets geht unsere Zeitreise nämlich in 25-Jahres-Schritten in die Vergangenheit, aktuell von 1992 bis ins Jahr 17 nach Christus, von der Berichterstattung über Ausschreitungen gegen Ausländer in den (damals noch ganz) neuen Bundesländern bis eben zum Exil-Tod des Dichters Ovid im alten Rom.

188 reich bebilderte Seiten umfasst Anno 17, mehr denn je. 54 der insgesamt 133 Beiträge wurden von 29 Gastautoren – Expertinnen und Experten für Kolumbus, frühen Chorgesang, Theodor Storm oder die aufmüpfige Jugend im Jahr 1967 – verfasst. Stets wird ein Großteil der Texte von Masterstudierenden der Bamberger Kommunikationswissenschaft geschrieben. Gründer, Herausgeber und Chefredakteur von Anno ist Prof. Dr. Markus Behmer.

Die Spannbreite der Themen reicht buchstäblich von A bis Z – so z.B. bei Anno 16 vom 25. Todestag des Grafikers Otl Aicher bis zur Erfindung des ersten Computers Z3 durch Konrad Zuse vor 75 Jahren, von der Trauung Caesars und Cornelias vor 2.100 Jahren bis zur Trauer um die Gestorbenen vor Verdun und im Golfkrieg. Jedes Jahr werden mehr als hundert kunterbunte Jubiläen behandelt, dargestellt mit kurzen Meldungen und ausführlichen Essays, erschlossen durch ein Register, in einer Auflage von 1.300 Exemplaren.

Zeitreisende haben – wie fast alle Touristen – wenig Gelegenheit zu verweilen. Kurz sind die meisten Texte daher. Viele Eindrücke können gewonnen werden – und manche Anregung, sich zu vertiefen und auszuspannen von den Strapazen des Hüpfens durch Jahrhunderte. Exotisches gibt es zu entdecken und hoffentlich manch Altvertrautes wiederzufinden. Und Anno ist mehr als eine Zeitschrift: Übers Jahr hinweg werden die Medienjubiläen belgeitet und kurz aufgespießt unter www.facebook.com/annomagazin.

 

barriere:zonen

Autor: Till Mayer
Verlag: Erich-Weiss-Verlag
72 S., 54 Abb., 21 x 26 cm, geb.
ISBN: 978-3-940821-43-0

 

 

 

 

 Phongsavath Manithong tanzt, Nour al Batran fährt auf einem TucTuc, Boniface Kapindo vergrößert einen Verkaufsstand. Alltagsdinge hält Till Mayer auf seinen Fotos, in seinen Texten fest – Aktivitäten, die alles andere als alltäglich sind. Phongsavath ist blind, hat beide Hände verloren, Nour sitzt im Rollstuhl, Boniface hat keine Beine mehr. Sie leben in Laos, in Gaza, in Uganda. In Krisengebieten. Ständig stoßen sie an Grenzen.

Till Mayer ist ein Grenzgänger. In seinem Berufsalltag ist er Lokaljournalist in der oberfränkischen Kleinstadt Lichtenfels. In seiner Freizeit, vier- oder auch fünfmal pro Jahr, reist er auf die Philippinen, nach Nepal oder Vietnam, in Flüchtlingslager im Libanon, in den Kongo oder in die Ukraine. Bilder bringt er mit und Geschichten, die er zu Reportagen verdichtet und bei Spiegel online publiziert. Bilder und Geschichten, die er zu Ausstellungen wie der hier dokumentierten zusammenstellt.

Immer steht der Mensch, stehen Einzelschicksale im Mittelpunkt, die politische Dramen und nationale Tragödien, humane Katastrophen und inhumane Grausamkeiten exemplarisch verdeutlichen. Schwarz-Weiß-Aufnahmen illustrieren kunterbuntes Chaos, ruhige Porträts aus einer Welt in Unruhe. Kollektive Dramen erhalten so ein individuelles Antlitz.

Sehr nah geht Till Mayer heran an die Menschen – doch nie tritt er ihnen zu nahe. Nicht als Opfer zeigt er sie, nicht als Objekte der Fürsorge, sondern als aktive Individuen, die unter schwersten Bedingungen ihr Leben zu gestalten suchen. Bewusst subjektiv ist sein Blick, sind seine Bilder, seine Berichte, die uns, den Betrachtern, Teilnahme ermöglichen – nicht Mitleid, sondern Empathie.

Der vorliegende Band dokumentiert bereits die zwölfte Ausstellung von Till Mayer. Um Randgruppen in Osteuropa, um Überlebende von Nazigreuel und Stalinterror in der Westukraine, um die Spätfolgen von Kriegen in Vietnam, Bosnien oder Ruanda, um die Folgen des Erdbebens im iranischen Bam gingen die vorangegangenen beispielsweise. Landauf, landab wurden und werden sie gezeigt, in Rathäusern, Bibliotheken, an Universitäten und Schulen und selbst bei den Vereinten Nationen in Genf und New York.